Das Land Sambia

Allgemein

  • Der Name des Staates lässt sich auf den Fluss Sambesi zurückführen, der viertlängste Fluss Afrikas und mit einem acht Staaten umfassenden Einzugsgebiet von etwa 1,3 km².
  • Lusaka ist die Hauptstadt und hat etwa 2,2 Mio. Einwohnern (2015).
  • Ein faszinierendes Land, das touristisch gesehen aber noch relativ unbekannt ist.

Geschichte und Politik

  • Geschichte: Mit der erlangten Unabhängigkeit am 24.10.1964 wurde Nordrhodesien, das bis dahin eine Kolonie Großbritanniens war, umbenannt in Republik Sambia. Nach dem Einparteiensystem in den darauffolgenden Jahren, fanden 1990 zum ersten Mal Wahlen mit mehreren aufgestellten Parteien statt. Der gegenwärtige Präsident, Edgar Chagwa Lungu, wurde 2015 ins Amt gewählt.
  • Regierungsform: Präsidialrepublik
  • Verwaltungsgliederung: Unterteilung in 10 Provinzen: Zentralprovinz, Copperbelt, Ostprovinz, Luapula, Lusaka, Muchinga, Nordprovinz, Nordwestprovinz, Südprovinz, Westprovinz  (siehe Bild rechts)

Geografie

  • Fläche: Sambia liegt im Süden Afrikas und bedeckt eine Fläche von etwa 752.618 km² – was beinahe der doppelten Fläche Deutschlands entspricht. Bei einem Blick auf den Atlas wird schnell sichtbar, dass das Land über keinen Zugang zum Meer verfügt und somit ein sogenannter Binnenstaat („landlocked country“) ist. Diese Gegebenheit, die in der Vergangenheit oft als Nachteil angesehen wurde, könnte sich in der Zukunft als vorteilhaft erweisen, da diese Lage das Land zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt im Süden Afrikas macht.
  • Grenzen: Wie auf der Zeichung am rechten Rand erkennbar ist, grenzt Sambia an acht Länder: Demokratische Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botsuana, Namibia, Angola. Der durch die Aufstauung des Sambesi-Flusses geschaffene, volumenmäßig zweitgrößte und flächenmäßig fünftgrößte künstliche See der Welt, Karibastausee, verläuft entlang der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe.
  • Landschaft: Sambia besteht zum großen Teil aus Hochebenen auf 1000 bis 1400 Meter, deren Landschaftsbild je nach Region unterschiedlich ausfällt. Savannen sind die vorherrschende Vegetation in vielen Landesteilen. Etwa ein Drittel der Landfläche wird für landwirtschaftliche Aktivitäten (vor allem Dauergrünland) genutzt und fast zwei Drittel sind bewaldet.
  • Natürliche Ressourcen: Zu den natürliche Bodenschätzen Sambias zählen in erster Linie Kupfer, Kobalt, Zink, Blei, Kohle, Gold, Smaragd, Silber, Uran.
  • Naturelle Sehenswürdigkeiten: Nicht nur die in Sambia zu findende afrikanische Wildnis ist atemberaubenden, sondern auch die wahrscheinlich berühmteste Sehenswürdigkeit des Landes, die Viktoriafälle. Diese Wasserfälle, die zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt wurden, erstrecken sich auf einer Länge von mehr als 1700m bis in das Nachbarland Simbabwe. Neben diesen bekanntesten Wasserfällen findet man zahlreiche weitere kleiner und größer über das Land verstreut. In großen und kleinen Nationalparks kann afrikanisches Großwild bestaunt werden. Dazu zählen hunderte verschiedene Vogelarten, große Antilopen-, Krokodil-, Wildhund-, Nilpferdpopulationen und weitere Raubtiere jeder Art.

Bevölkerung

  • Einwohner: Circa 15,9 Millionen Einwohner, wovon den größten Teil die etwa 70 Bantu-Stämmen darstellen. Die geschätzte Bevölkerungswachstumsrate liegt bei fast 3 %, das Durchschnittsalter der Bevölkerung bei knapp 17 Jahren und die durchschnittliche Lebenserwartung bei circa 52,5 Jahren.
  • Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner pro km² (Deutschland: 230/km²)
  • Urbanisierungsrate: 4,35 %. Die Nation verzeichnet eine der höchsten jährlichen Urbanisierungsraten Afrikas mit einer besonders hohen Bevölkerungsdichte im Zentrum des Landes. Die städtische Bevölkerung macht etwa 42 % der Gesamtbevölkerung aus.
  • Index für menschliche Entwicklung (Human Developement Index (HDI)): 0,579. Dieser Wert positioniert Sambia auf Platz 139 von 188 und somit im unteren Feld der Entwicklungskategorie „mittlere menschliche Entwicklung“.
  • Welthunger-Index: 2018 lag Sambia auf einem der untesten Plätzen: 115. Rang von insgesamt 119 betrachteten Ländern. Somit wird die aktuelle Hunger- und Unterernährungssituation im Land als “sehr ernst” eingestuft.
  • Religionen: das Christentum ist am meisten verbreitete Religion (Katholiken bilden ca. 25 %, Protestanten unterschiedlicher Strömungen weitere 65 %). Daneben finden sich Muslime, Hindus sowie Anhänger afrikanischer Religion.
  • Amtssprache: Englisch; zudem gelten sieben Stammessprachen als offiziell anerkannt, von denen die meistgesprochene Bemba ist, gefolgt von Nyanja. Zusätzlich existieren ungefähr 72 Dialekte.

Wirtschaft

  • Wirtschaftssektoren:
    • Der wichtigste Wirtschaftssektor Sambias ist der Bergbau und die größte Einnahmequelle des Landes beruht auf Exporten von Kupfer und Kobalt, Rohstoffe, die insbesondere im Gebiet des sogenannten Copperbelt zu finden sind. Bis vor wenigen Jahren gehörte Sambia zu einer der weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. In den letzten Jahren jedoch ist ein Rückgang zu beobachten, zurückzuführen unter anderem auf niedrigere Kupferpreise und –Förderquoten, geringere Stromproduktion und Abwertung der nationalen Währung (sambischer Kwacha).                         Aufgrund unzureichender wirtschaftlicher Diversifizierung und der starken Abhängigkeit von Kupferexporten, ist die Nation sehr anfällig für Preisschwankungen des Weltmarktes.
    • Der Großteil der Bevölkerung (bis zu 85 %) ist in der Landwirtschaft tätig, oft nur im begrenzten Maßstab für die eigene Familie und lokale Märkte. Angebaut werden häufig Mais, Sorghum, Erdnüsse, Reis, Sonnenblumen und weitere Blumen, Tabak, Kaffee, Baumwolle, Zuckerrohr und Maniok (Cassava).
    • Der Tourismussektor gewinnt derzeit zunehmen an Bedeutung, nicht nur als zusätzliche Einnahmequelle, sondern auch zur Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffexporten.
  • Export / Import: Ausgeführt werden hauptsächlich Kupfer, Kobalt, Tabak, Blumen und Baumwolle, wohingegen Waren wie Maschinen, Transportmittel, Erdölprodukte, Lebensmittel, Kleidung, Elektrizität und Dünger oftmals eingeführt werden. Die beiden größten Exportpartner Sambias sind die Schweiz, gefolgt von China, während Südafrika und die Demokratische Republik Kongo zu den wichtigsten Importpartnern zählen.
  • Armut: 2010 lebten geschätzt 60,5 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (derzeit festgelegt auf einen Wert von weniger als 1,90 US $ pro Tag).

Energie

  • Elektrifizierung: Bevölkerung ohne Zugang zum öffentlichen Stromnetz: 74 % ; dies betrifft insbesondere die ländlichen Gebiete, in denen die Elektrifizierungsrate bei 14 % liegt (2013).
  • Stromproduktion: Wasserkraft stellt nahezu 100 % der installierten Stromerzeugungskapazität dar. Somit basiert die Stromerzeugung fast ausschließlich auf Wasserkraft. Schlechtes Management und Trockenzeiten jedoch führen zu teilweise erheblichen Problemen und stundenweise Stromausfälle sind die Folge. Dies erschwert auch die industrielle Entwicklung und Produktivität.

Klima

  • Die Region, die wegen seiner Höhenlage zu den sogenannten Kalttropen gehört, zeichnet sich durch ein mildes tropisches Klima aus. Grob unterteilen lässt sich das Klima in Sambia in drei Phasen:
    • Mai – September: kühlere Trockenzeit mit Tagestemperaturen im Bereich von 15 und 27°C. Nachts, insbesondere im Juni und Juli, sind Temperaturen von weniger als 5°C möglich.
    • Oktober – November: heißere Trockenzeit mit Tagestemperaturen zwischen 24 und 32°C.
    • Dezember – April: heiße und schwüle Regenzeit mit Schwankungen im Tagestemperaturbereich von 27 bis 38°C. Heftige Regenfälle und schwere Stürme sind möglich. Je näher das Gebiet am Äquator liegt, desto mehr Niederschlag ist zu erwarten. Daher fällt jährlich für gewöhnlich mehr Niederschlag im Norden Sambias als im Süden.

Flagge

  • Die Hauptfarbe der Flagge ist Grün. Auf der rechten unteren Seite befinden sich drei hochkante Streifen in Rot, Schwarz und Orange, über denen ein oranger Schreiseeadler.
  • Die Farbe Grün steht für die Felder und Wälder des Landes.
  • Die Farbe Rot erinnert an den Freiheitskampf des Volkes.
  • Die Farbe Schwarz ist die Hautfarbe der Bevölkerung.
  • Die Farbe Orange steht für die Mineralschätze des Staates, speziell für das Kupfervorkommen
  • Der abgebildete Schreiseeadler symbolisiert die Freiheit der Republik, die Fähigkeit nationale Probleme zu überwinden und das Streben der Nation nach höheren Zielen.

 Umwelt- und gesundheitliche Themen

  • Umwelt: Die Folgen der jahrzehntelangen und weiter andauernden Bergbauaktivitäten sind in Sambia deutlich spürbar und äußern sich unter anderem in Luft-, Boden und Wasserverschmutzung, Bodendegradation und saurem Regen. Die Abholzung der Wälder schadet zusätzlich der Umwelt. Bodenerosion und Wüstenbildung sind zu beobachten. Wilderer stellen eine Bedrohung für die Wildtiere des Landes dar.
  • Gesundheit: Die mangelhaften Sanitäreinrichtungen und Trinkwasseraufbereitung führen oftmals zu gesundheitlichen Problemen bei der Bevölkerung. Zudem hat Sambia eine der höchsten HIV/AIDS – Erwachsenen Prävalenzraten auf der Welt. CIA World Factbook schätzt die Rate auf 12,40 %, womit die Nation weltweit Platz 7 belegt. Etwa 36 % der Sambier sind Analphabeten, verstärkt Frauen. Trotz Gesetzen und Verbesserungen in den letzten Jahren ist Kinderarbeit noch immer weit verbreitet im Land, insbesondere im Bergbau und in der Landwirtschaft.

Textquellen